Aus dem Nichts – ein Film von Fatih Akin

In einer Straße in Hamburg mit ausschließlich türkischen Läden explodiert eine Nagelbombe vor der Tür des Steuer- und Übersetzungsbüros eines Deutsch-Kurden, Nuri Sekerci. Es gab keine Verletzten, aber zwei Menschen sind in diesem Büro gestorben – Nuri und sein kleiner Sohn. Der Sohn seiner deutschen Frau, Katja, die nun allein zurückbleibt.

Katja wird schnell klar das dies ein Verbrechen mit nationalsozialistischem Hintergrund ist. Die Polizei ist sich dabei nicht sicher. Stattdessen ermitteln diese in der Vergangenheit des Verstorbenen – der vor Jahren schon ein mal wegen Drogenbesitz in Haft saß – was sehr zum Leiden Katjas beiträgt.

Als dann doch ein junges Neonazi-Paar als Hauptverdächtige von der Polizei vernommen und vor Gericht angeklagt wird erweist es sich als schwierig gegen ein scheinbar endloses Nazi-Netzwerk anzugehen.

Diane Kruger in der Hauptrolle als Katja vermittelt nur allzu gut welches Leid Hinterbliebene von solcher Art von Anschlägen davon tragen und wie sich dieses verschlimmert, wenn Polizei und Medien es herunterspielen.

Ein ergreifender Film, der nur allzu gut die Dramatik, die bei der schweren Aufklärung von NSU-Verbrechen in der heutigen Zeit entsteht, aufgreift. Und ein Film der uns zeigt wie schwer der rechte Einfluss heute noch wirkt.

Zurecht wurde dieser Film mit dem Golden Globe in der Rubrik „bester fremdsprachiger Film“ ausgezeichnet.

(Nicole Hafner)

aus dem nichts

©Thalia.de

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Erwin Wagenhofer // We Feed the World – Essen Global

„Tag für Tag wird in Wien genau so viel Brot vernichtet wie Graz verbraucht. Auf rund 350.000 Hektar vor allem in Lateinamerika werden Sojabohnen für die europäische Viehwirtschaft angebaut, daneben hungert ein Viertel der einheimischen Bevölkerung. Jede Europäerin und jeder Europäer essen jährlich zehn Kilogramm künstlich bewässertes Treibhausgemüse aus Südspanien, wo deswegen die Wasserreserven knapp werden.“

Unsere tägliche Nahrung wird heute global produziert. Ein typischer deutscher Supermarkt führt an jedem x-beliebigen Tag Produkte aus dutzenden von Ländern. Rind aus Argentinien, Tofu aus China, Tomaten aus Spanien und Fisch aus dem Senegal. Nahrung ist dabei sehr ungleich verteilt: in Europa und den USA sind mehr Menschen übergewichtig als je zuvor, während immer noch Millionen von Menschen in den Ländern des globalen Südens hungern – und das, obwohl für jeden genug da ist.

Der Regisseur des Films, der Österreicher Erwin Wagenhofer, wollte diesen offensichtlichen Unvereinbarkeiten auf den Grund gehen und ist unserer Nahrung nach Frankreich, Spanien, Rumänien, Brasilien und Österreich nachgereist. „We Feed the World – Essen Global“ gibt in eindrucksvollen Bildern Einblick in die Produktion unserer Lebensmittel sowie erste Antworten auf die Frage, was der Hunger auf der Welt mit uns zu tun hat. Dabei verzichtet er gänzlich auf Alarmismus und lässt alle involvierten Akteure zu Wort kommen, inklusive Lebensmittelspekulanten und Konglomerate.

Der Film lässt einem seinen eigenen Konsum nochmals hinterfragen – muss es im August wirklich die Papaya aus Thailand sein? Wären Brombeeren aus der Region nicht die leckerere und klimafreundlichere Alternative? Möchte ich mit meinem Konsumverhalten Massentierhaltung unterstützen? Wie lange wird es noch Fisch geben? Fragen über Fragen, die einem durch den Kopf schießen werden, nachdem man diesen Film gesehen hat. Food for thought – im wahrsten Sinne des Wortes!

(Lorenz Blume)

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Florence Foster Jenkins – nach einer wahren Geschichte

Florence Foster Jenkins Traum ist es Opernsängerin zu werden.

Geboren 1968 in der Vereinigten Staaten als Tochter wohlhabender Eltern erhält sie Klavierunterricht unf tritt bei sogenannten Sängerfesten auf.
Den Wunsch Gesang zu studieren teilt der Vater nicht.

Sie heiratet – läßt sich scheiden – heiratet erneut – diesmal glücklich.

Nach dem Tod der Eltern erbt sie einbeträchtliches Vermögen und kann endlich ihre Gesangskarriere finanzieren.

Ihr zweiter Mann St. Clair Bayfield wird auch ihr Manager.

Berühmt wird sie nicht etwa durch eine außergewöhnlich gute Stimme sondern weil sie nie den richtigen Ton trifft. Ihr Publikum findet ihre Arien einfach nur komisch. So wird sie zur Lachnummer ohne es wahrzunehmen.

Florence ist glücklich über ihren Erfolg. Ihr Mann Bayfield und ihr Pianist McMoon versuchen sie vor einer Blamage
zu bewahren, aber Florence will singen.

Locker und leicht inzeniert mit den Hollywoodstars Meryl Streep und Hugh Grant.

(Dagmar Morgenstern)

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Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel

Wer auf der Suche nach einer leichten, romantischen Komödie ist, kann sich bei „Mother’s Day“ entspannt in die Sofakissen zurücklehnen. 

5 verschiedene Geschichten, die alle auf den nahenden Muttertag hinarbeiten, werden geschickt miteinander verwoben. Da gibt es einmal Sandy, die hofft, dass ihr Ex-Mann wieder zu ihr zurückkehrt, der aber überraschend eine andere heiratet. Jesse und Gabi, zwei Schwestern, verheimlichen ihren Eltern schon seit Jahren ihre Ehepartner, da die Eltern die Beziehungen nicht gutheißen würden. Bradley muss sich nach dem Tod seiner Frau mit seinen beiden Teenie-Töchtern auseinandersetzen. Kristin wurde als Kind adoptiert und ist auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter und zu guter Letzt wäre da noch TV-Star Miranda, die sich ganz ihrer Karriere widmet und die Liebe aus ihrem Leben verbannt hat.

Nach „Valentinstag“ und „Happy New Year“ das nächste Feel-Good-Movie von Garry Marshall.

(Conny Eissing)

 

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Trolls

Das Leben der Trolle könnte schöner und bunter nicht sein: den ganzen Tag singen, tanzen, feiern und – kuscheln! Doch eines Tages werden einige Trolle von einer „Bergen“ entführt, denn die missmutigen und schlechtgelaunten Bergen können (angeblich) nur glücklich und froh sein, wenn sie einen Troll verspeisen. Poppy, die Tochter des Trollkönigs, macht sich auf den gefährlichen Weg ihre Freunde zu befreien und erhält dabei unerwartete Hilfe.

Trolls – ein knallbunter, quirliger Animationsfilm mit liebevollen Charakteren und selbstredend – einem Happy End! Auch die Musik lässt aufhorchen, denn der Soundtrack ist gespickt mit altbekannten Titeln, die ganz neu interpretiert werden. Justin Timberlake, Gwen Stefanie, Icona Pop & Co. geben sich die Ehre und machen gute Laune!

(Conny Eissing)

 

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Bach in Brazil

Der großartige Schauspieler Edgar Selge spielt die männliche Hauptrolle im Film „Bach in Brazil“.

Der pensionierte Musiklehrer Marten Brückling erhält überraschend die Nachricht, dass sein Jugendfreund in Brasilien verstorben ist und ihm Originalnoten von Johann Sebastian Bachs Sohn hinterlassen hat. Allerdings muss er die Erbschaft persönlich antreten. Seine Kollegin Marianne, gespielt von Franziska Walser, ermutigt ihn zur Reise nach Ouro Preto in den brasilianischen Bergen.

Doch anders als geplant, kann Marten Brückling nicht direkt wieder zurück fliegen, weil ihm sein komplettes Gepäck gestohlen wird. Bei der Wiederbeschaffung des wertvollen Notenblatts ist er auf die Hilfe seines Chauffeurs Candido angewiesen, da dieser Deutsch spricht. Der herzliche junge Mann arbeitet in der Jugendstrafanstalt und stellt als einzige Bedingung, dass Marten Brückling den Mädchen und Jungen dort Musikunterricht erteilt. Zunächst widerstrebend lässt er sich auf tägliche Übungsstunden mit improvisierten Instrumenten ein. Die weggesperrten Jugendlichen gewinnen Selbstvertrauen, schöpfen Hoffnung und musizieren mit vollem Herzen. Sie spielen die Hauptrollen in diesem liebenswerten Film von Regisseur Ansgar Ahlers – und natürlich die Musik – von Barock bis Samba !

(Monika Frieling)

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Die Poesie des Unendlichen

Als einen der besten Filme über Mathematik und Mathematiker bezeichnete ihn der Newsletter der London Mathematic Society.

Die authentische Geschichte beginnt 1913 im kolonialen Indien. Der junge Srinavasa Ramanujan arbeitet als Buchhalter, doch seine wahre Leidenschaft gehört der Mathematik. Um veröffentlichen zu können schickt er von ihm entwickelte Theoreme an den bekannten Professor G.H. Hardy am Trinity College in Cambridge. Der Gelehrte erkennt das Potential des jungen Mannes und lädt ihn nach England ein. Um seine Berufung leben zu können, verlässt dieser sein Land und seine junge Ehefrau Janaki.

In der akademischen Welt Europas ist Ramanujan ein Fremder. Hier zählen nur bewiesene Theoreme und eine Veröffentlichung rückt in weitere Ferne als er bei seiner Abfahrt geglaubt hat. Einen tiefen Einschnitt bringt der Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit sich.

Im Laufe von 5 Jahren entwickelt sich zwischen dem jungen Inder, gespielt von Dev Patel, und dem ganz in seiner Wissenschaft aufgehenden Akademiker, dargestellt von Jeremy Irons, eine tiefe Beziehung.

Doch Ramanujan ist schwer erkrankt, er stirbt 1920 an Tuberkulose. Die von ihm entwickelten Theorien beeinflussen bis heute die mathematischen Wissenschaften.

Regisseur Matthew Brown erzählt die Geschichte „The Man, who knew Infinity“ unaufgeregt authentisch und bewegend.

(Monika Frieling)